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Nach Überlieferung der Evangelien war Josef  von Arimathäa ein vornehmer Jude in Jerusalem und Mitglied des jüdischen Gerichtes (Synhedrion). Er war mit dessen Beschluss und Vorgehen gegen Jesus bei der Kreuzigung nicht einverstanden. Im  Matthäus- und Johannesevangelium findet sich, dass er selbst auch ein Jünger Jesu geworden war. Nach der Kreuzigung und dem Tod Jesu wird er als guter und frommer Mann bezeichnet, der den römischen Statthalter Pontius Pilatus aufsucht und um den Leichnam Jesu bittet. Er kauft selbst ein Leinentuch, beteiligt sich an der Kreuzabnahme und der Grablegung Jesu. Dabei stellte er für ihn sein eigentlich für sich selbst bestimmtes Felsengrab zur Verfügung. Er bestattet Jesus nach jüdischem Brauch.

Gebet aus der Grablegungsvesper

Als der von Arimathäa Dich vom Holze nahm als Toten, / der Du bist das Leben des Alls, / bestattete er Dich mit Myrrhen und Linnen / und voll Liebe eilte er, mit Herz und Mund Deinen reinen Leib zu küssen. / Doch von Scheu erfasst, rief er voll Freude aus: // Ehre sei Deiner Herabkunft, o Menschenliebender! Der Herr ist König, mit Herrlichkeit gekleidet! Als Du in das neue Grab für das All gelegt wurdest, / Du, der Befreier des Alls, / da erschrak, Dich sehend, der allspottende Hades; / die Pfosten wurden zerbrochen, die Tore zertrümmert./ die Gräber geöffnet, die Toten standen auf. / Da rief Adam dankbar in Freude zu Dir: // Ehre sei Deiner Herabkunft, o Menschenliebender! Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Als Du dem Fleische nach freiwillig in das Grab gelegt wurdest, / der Du nach der Natur der Gottheit unumschränkt und unbegrenzt bist / da öffnetest Du die Schatzkammern und vernichtetest des Hades ganze Herrschaft. / Da hast Du auch diesen Sabbath göttlicher Segnung // und Herrlichkeit und Deines Glanzes gewürdigt. Heiligkeit ist die Zierde Deines Hauses, HERR, für alle Zeit. Als die Kräfte, о Christus, sahen, / wie Dir zum Spott von den Frevlern geschmeichelt wurde,/ da erschraken sie ob Deines unaussprechlichen Langmutes / und ob des Grabsteines, versiegelt von den Händen, welche Deine unverwesliche Seite durchbohrt hatten. / Zugleich ob unserer Erlösung sich freuend, / riefen sie zu Dir: Ehre sei Deiner Herabkunft, Menschenliebender! Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, / jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Der Du Dich mit Licht umkleidest wie mit einem Gewande, / Dich nahm Joseph vom Holze mit dem Nikodemus / und als er Dich tot, nackt, unbestattet sah, / sprach er, ein mitleidvolles Wehklagen erhebend, unter Tränen: / Wehe, mein süßester Jesu! / Als vor Kurzem die Sonne Dich am Kreuze hängen sah / umkleidete sie sich mit Finsternis und die Erde erbebte vor Furcht / und auseinander riss der Vorhang des Tempels / Aber siehe, jetzt schaue ich Dich, / der Du um meinetwillen zum Tode hinabgestiegen bist! / Wie soll ich Dich bestatten, mein Gott? / Oder wie mit Linnen umhüllen? / Mit was für Händen soll ich zur Ruhe bringen Deinen reinen Leib? / Oder was für Lieder soll ich singen bei Deiner·Bestattung, Barmherziger? / Ich preise hoch Deine Leiden, / ich besinge auch Dein Begräbnis mit der Auferstehung, / indem ich rufe: Herr, Ehre sei Dir!

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